Was als Austausch über internationale Stadtentwicklungsansätze und Smart-City-Methoden im CityLAB begann, hat sich zu einer konkreten Kooperation mit dem Build4People-Projekt in Phnom Penh entwickelt. Gemeinsam mit der TU Dresden ist die Technologiestiftung Berlin seit 2025 Partner der Umsetzungsphase des Projekts. Unsere Teilnahme an Delegationsaktivitäten Anfang Dezember 2025 machte deutlich, welches Potenzial in internationaler Zusammenarbeit liegt und wie sich Ansätze aus Beteiligung und Digitalisierung in sehr unterschiedlichen urbanen Kontexten praktisch weiterdenken lassen.
Phnom Penh im Wandel: Herausforderungen und neue Wege
Phnom Penh zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten Asiens. Mit dem rasanten Wachstum gehen Herausforderungen einher, die vielen Städten weltweit bekannt sind: zunehmender Infrastrukturdruck, Verkehrsbelastung, steigender Wohnraumbedarf und die Frage, wie digitale Werkzeuge so eingesetzt werden können, dass sie allen zugutekommen. Genau hier setzt Build4People an. Das Projekt übersetzt seit mehreren Jahren wissenschaftliche Erkenntnisse zu nachhaltiger und partizipativer Stadtentwicklung in konkrete Prozesse, Werkzeuge und Formate. Ziel ist es, dateninformierte Planung, bessere Entscheidungsgrundlagen und echte öffentliche Beteiligung zu fördern, unter anderem mithilfe einer Transformation Toolbox und begleitenden Projekt-Formaten wie den Transition Manufactories.
Beteiligung funktioniert gemeinsam
Aus Berliner Perspektive zeigt sich in Phnom Penh besonders deutlich: Digitale Tools und partizipative Prozesse funktionieren dann, wenn sie gemeinsam entwickelt werden mit und für die Menschen vor Ort. Sowohl im Build4People-Projekt als auch in unserer Arbeit im CityLAB Berlin ist dieser Ansatz zentral: nicht top-down, sondern dialogisch und niedrigschwellig.
Ein Bezugspunkt dafür ist unser Projekt Stadtlabor2Go das wir gemeinsam mit den Städten Wiesbaden und Mönchengladbach umsetzen. Ziel ist ein übertragbares Modell, das Städten hilft, Beteiligung und digitale Innovation gemeinsam zu gestalten und Wissen nicht nur anzuwenden, sondern aktiv zu teilen.
Lernen dort, wo Wissen entsteht: Zusammenarbeit mit Universitäten
Gerade deshalb ist es wichtig, auch an die Orte zu gehen, an denen Wissen entsteht: Universitäten. Ein zentraler Baustein von Build4People ist die enge Zusammenarbeit mit Studierenden lokaler Universitäten und Instituten. In Workshops und Trainingsformaten arbeiteten Studierende aus Disziplinen wie Stadtplanung, Architektur, Umweltwissenschaften und Ingenieurwesen aktiv an Projektinhalten mit. Sie nutzten digitale Beteiligungs-Tools, testeten Citizen-Science-Prototypen und untersuchten ihre eigenen Erfahrungen mit Orten in der Umgebung. Diese praxisnahe Einbindung stärkt nicht nur die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte, sondern verankert partizipative und datenbasierte Perspektiven auf Stadtentwicklung langfristig im lokalen Kontext.


Ergänzend zu den Workshops fanden während der Woche Gespräche mit Vertreter:innen ansässiger Bauunternehmen statt, die gemeinsam mit Vertreter:innen der Stadt in der deutschen Botschaft zusammenkamen, um über das Projekt und nachhaltige Stadtplanung zu diskutieren. Ein Besuch beim Digital Government Forum der kambodschanischen Regierung durfte natürlich auch nicht fehlen.
Ein neuer Ort für urbane Zusammenarbeit: der Smart City Hub Phnom Penh
Ein weiteres Highlight der Reise war der Kick-off der Implementierungsphase von Build4People, der im neu eröffneten Phnom Penh Smart City Hub stattfand. Vertreter:innen aus Verwaltung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und internationalen Partnerinstitutionen kamen hier zusammen, um über nachhaltige und partizipative Stadtentwicklung ins Gespräch zu kommen.
Der Smart City Hub soll künftig als dauerhafter Ort für Co-Creation, Austausch und Erprobung dienen. Er liegt in einem zentralen Park auf einem Hügel im Viertel Doun Penh, direkt neben der Giant Clock of Phnom Penh und in unmittelbarer Nähe des Wat-Phnom-Tempels. Damit ist der Hub nicht nur ein symbolischer Ort, sondern fest im alltäglichen Stadtleben verankert und unterstreicht die Bedeutung, die digitale und nachhaltige Stadtentwicklung für Phnom Penh selbst hat.


Fazit: Stadtentwicklung als globaler Austausch
Unsere Erfahrungen in Phnom Penh haben einmal mehr bestätigt: Städte lernen voneinander, und die Herausforderungen der digitalen, ökologischen und sozialen Transformation lassen sich am besten gemeinsam denken. Die Zusammenarbeit mit Build4People und der Aufbau von Innovationsorten wie dem Smart City Hub zeigen, wie internationale Kooperationen zur Gestaltung lebenswerter Städte beitragen können. Berlin liefert dabei nicht nur Inspiration, sondern tritt in einen praktischen Austausch ein, der lokale Innovationen und globale Perspektiven verbindet.
