Von Trampelpfaden zu gemeinsamen Wegen: Ein Blick auf den Digitaltag 

Gemeinsam Orientierung schaffen und Verwaltung weiterdenken

Von Lisa Schmechel – 23. Februar 2026

Wenn es um die Digitalisierung der Verwaltung geht, ist die Reise sicher nicht immer geradlinig. Man findet keine schnellen Abkürzung, sondern erspäht komplexe Verkehrsschilder oder stößt auf überraschende Trampelpfade. Orientierungspunkte zu schaffen ist ein wichtiger Schritt, um voranzukommen, aber noch schöner wird es, wenn man gemeinsam auf die Reise geht.   
 

Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege (SenWGP) hat mit ihrem internen Austauschformat „Digitaltag“ einen wichtigen Rahmen geschaffen, um interessierte Mitarbeitende genau dafür zusammenzubringen. Verschiedene Formate bieten die Möglichkeit, sich über Projektentwicklungen und aktuelle Themen der Digitalisierung zu informieren und ins Gespräch zu kommen. Wir waren Ende Januar dabei und wollen euch einen Einblick in das Format und seine Entwicklung geben.

Unsere Kollegin Lisa Schmechel.

Programm mit Vogelperspektive und Detailtiefe

Der Digitaltag begann nach einer Begrüßung durch die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege, Dr. Ina Czyborra, mit einem Impulsvortag von Dr. Julia Borggräfe zur Organisationsentwicklung, der zentrale Fragen aufwarf. Welche Strukturen sind notwendig, damit Projektarbeit in der Verwaltung wirklich gut funktioniert und attraktiv ist? Und wie kann Führung dabei helfen, den digitalen Wandel zu fördern? Diese und ähnliche Fragen luden eingehend ein, über die eigenen Arbeitsweisen nachzudenken. 

Dr. Julia Borggräfe. Credit: Canan Cin

Danach standen große Projekte wie der Roll-out der E-Akte und des BerlinPCs im Fokus. Die Projektteams gaben Einblick in Ziele, Zeitpläne und Schulungsangebote und teilten Erfahrungen aus dem bisherigen Verlauf. Zusätzlich gab es verschiedene Workshops und Präsentationen zu Themen wie dem Einsatz von generativer KI, der Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes sowie Tipps & Tricks für effizientes KI-Prompting.  
 
Im Rahmen des Digitaltags wurde auch des Vorhaben Data Hub Berlin der Senatskanzlei vorgestellt. Der Data Hub Berlin ermöglicht der Berliner Verwaltung neue Möglichkeiten in der Arbeit mit Daten, von der Ablage über die Verarbeitung bis hin zur Visualisierung. Michel Maier-Bode (Berliner Senatskanzlei) und Klemens Maget (CityLAB, Public Data Team) präsentierten den Projektstand und gaben Einblick in die ersten Use Cases, die mit der Berliner Verwaltung prototypisch umgesetzt werden. 
 

Zusätzlich zum Programm gab es zudem eine kleine Ausstellung im Eingangsbereich des Gebäudes mit internen und externen Projekten. Das CityLAB war dort mit einem Stand vertreten, um über den Data Hub, BärGPTund weitere Projekte zu informieren.  

Senatorin Ina Czyborra beim Digitaltag der SenWGP
Senatorin Ina Czyborra. Credit: Canan Cin

Dialogräume schaffen 

Der Digitaltag der SenWGP fand bereits zum zweiten Mal statt, nachdem die Premiere im März 2025 großen Anklang fand. Das Besondere: Er entstand als gemeinsame Bottom-up Initiative verschiedener Abteilungen. In den ersten Organisationstreffen ging es darum, die Informationsbedarfe der Mitarbeitenden zu ermitteln und interessante Themen zu identifizieren. Das CityLAB durfte als Innovationslabor der Stadt Berlin auch Teil dieser Treffen sein und nahm am ersten Digitaltag mit einem Impuls zum Thema Prototyping sowie einem Workshop zu Remote Work teil.  

Eine immer wieder gestellte Frage ist, wie man gute Voraussetzungen für Mitarbeitenden schaffen kann, damit sie an Austauschformaten teilnehmen können. Haben sie genug Zeit? Bekommen sie die Unterstützung ihrer Vorgesetzten? Gerade bei freiwilligen Angeboten ist es entscheidend, wie viel Engagement und Motivation von den Mitarbeitenden selbst kommt. Dies betrifft nicht nur die Verwaltung, sondern auch andere Organisationen, die ähnliche Herausforderungen kennen. 
 

Der Digitaltag ist ein schönes Beispiel dafür, wie durch die Identifizierung von Bedürfnissen der Mitarbeitenden konkrete und wirkungsvolle Initiativen entstehen können, die Silos überwinden. Das Format hat sich nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell weiterentwickelt und noch mehr externe Impulse aufgenommen. Als CityLAB freuen wir uns, solche Initiativen zu unterstützen und den Weg gemeinsam zu gehen, weil wir überzeugt sind, dass digitaler Wandel weit mehr ist als Technologie. Es geht darum, Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, um nachhaltig etwas zu bewegen. 

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Die SenWGP organisiert und fördert digitale Projekte, um Menschen in der Stadt über hilfreiche Angebote zu informieren. 

  • Hilf-Mir.Berlin ist in Kooperation mit dem CityLAB Berlin entstanden, und bietet eine Übersicht über psychosoziale Angebote: https://www.hilf-mir.berlin