Neue Podcastfolge: Vom Datenchaos in die digitale Souveränität mit Ralf Leufkes und Lisa Stubert
Weg mit dem Kuddelmudel an Einzellösungen, her mit mehr Datenübersicht: Dafür stehen Datenplattformen wie CIVITAS/CORE auf interkommunaler Ebene oder das Pilotprojekt für die Berliner Verwaltung, der Data Hub. Wie datengetriebene Städte gelingen können, darüber sprechen Ralf Leufkes von Civitas Connect und Lisa Stubert von der Open Data Informationsstelle in unserer neuen Podcastfolge von Radio CityLAB. In diesem Blogbeitrag teilen wir drei kurze Ausschnitte aus dem Interview mit Moderator und CityLAB-Direktor Dr. Benjamin Seibel.
Lisa, in Vorbereitung zur Entwicklung vom Berliner Pilotprojekt, dem Data Hub Berlin, habt Ihr Euch auch die Plattform CIVITAS/CORE angeschaut. Wie war denn Dein Eindruck aus Nutzendensicht?
Lisa Stubert: “Man muss ehrlicher Weise sagen, dass es Liebe auf den zweiten Blick war, weil die Plattform etwas sehr Komplexes ist. Es ist eine Zusammenstellung an verschiedenen Software-Komponenten, an funktionierenden Schnittstellen, die clever miteinander arbeiten. Das macht es zu einem komplexen aber auch sehr vielseitigen Produkt. Durch unsere Arbeit mit Open Data haben wir viel mitbekommen zu den Knackpunkten hier in Berlin beim Thema Datenmanagement, sowie beim Veröffentlichen und Präsentieren von Daten. Einer dieser großen Punkte ist die fehlende Infrastruktur im Land Berlin. Wir glauben, dass viele Potenziale, die in Daten stecken, derzeit nicht gehoben werden, weil die Mitarbeitenden der Verwaltung nicht die notwenigen Tools haben. Es gibt wenig Vereinheitlichung und wenig Zugriff auf geeignete Tools und genau hier haben wir gedacht, kann eine Datenplattform wie CIVITAS/CORE Abhilfe schaffen.”
Stichwort Digitaler Zwilling: Wie verhalten sich CIVITAS/CORE und das interkommunale Projekt Connected Urban Twins zueinander?
Ralf Leufkes: “Wir bauen quasi das technische oder das Daten-Rückgrat für solche digitalen Zwillinge. Wir haben nicht den Anspruch eine Fachanwendung abzulösen, sondern erstmal die einzelnen Daten-Silos interoperabel zu bekommen, um sie dann für den digitalen Zwilling in ein Ontologie-Modell zu übersetzen, das direkt genutzt werden kann.”
Wie ist Dein Eindruck über die Daten-Kompetenzen in der Berliner Verwaltung, Lisa?
Lisa Stubert: “Wir brauchen definitiv mehr Datenkompetenz in der Verwaltung. Es gibt natürlich Leute, die sehr tief drinstecken, vor allem in bestimmten Fachdaten. Was es nicht so oft gibt, zumindest in Berlin, sind zum Beispiel Data Scienstists. Solche Stellen bräuchte es viel mehr, also Leute, die im Stande sind zu verstehen, was ist eine Ontologie, wie können wir Daten in bestimmten Standards erheben oder sie in diese überführen, wie kann ich Daten transformieren – all das sind wichtige Dinge, wenn ich am Ende hochqualitative Daten bereitstellen will, und diese brauche ich, wenn ich hochqualitative Endprodukte will. Im Endeffekt müssen wir also schauen, wie bekommen wir einen souveräneren Umgang in die Verwaltungen rein, und ich glaube dass uns Datenplattformen da sehr helfen können.”
Das ganze Folge hört Ihr hier auf Radio CityLAB Berlin oder hier auf Youtube.
