Neue Podcastfolge: BärGPT – KI made in Berlin

Unsere CityLAB-Gäste Ingo Hinterding und Anna Mehrländer geben exklusive Einblicke in die Entwicklung von BärGPT – jetzt reinhören bei Radio CityLAB Berlin!

Von Pia Gralki – 17. Dezember 2025

Zum Jahresende gab es noch ein großes Weihnachtsgeschenk für uns: Unser KI-Assistent BärGPT wurde offiziell von der Senatskanzlei Berlin eingeführt und steht seit dem 25.11.2025 Berliner Verwaltungsmitarbeitenden zur Verfügung, die sich Unterstützung bei Routineaufgaben wünschen. Anlass genug, dem Team hinter dem Prototypen unsere finale Folge für das Jahr 2025 zu widmen: Wie hat es BärGPT vom KI-Prototypen in den Probeechtbetrieb geschafft? Wie setzt man ein dafür erforderliches User-Testing um und welche zum Teil überraschenden Features sind für nächstes Jahr geplant? Darüber sprechen Ingo Hinterding, Bereichsleitung Prototyping und Anna Mehrländer, Produktmanagerin von BärGPT, in dieser aktuellen Ausgabe von Radio CityLAB Berlin. In diesem Blogbeitrag teilen wir kurze Ausschnitte aus dem Interview mit Moderator und CityLAB-Direktor Dr. Benjamin Seibel.

Für die Entwicklung von BärGPT sind wir in eine sehr intensive Testphase eingestiegen. Wie seid ihr hier vorgegangen? Wie gestaltet man ein Produkt, das den Nutzer:innen am Ende wirklich hilft?

Ingo Hinterding: “Inzwischen ist die Art und Weise, wie man einen Chatbot oder einen KI-Assistenten nutzt, schon gelernt – also auch das User Interface ist gelernt, es gibt jetzt schon Best Practices. Vor zwei Jahren gab es diese Best Practices noch nicht. Und als wir mit dem Experimentieren angefangen haben, war die Funktionalität auch noch eine ganz andere. Das heißt, wir hatten ursprünglich noch die These, dass es für jeden Arbeitsprozess in der Verwaltung einen speziellen Mini-Chatbot geben muss. Also: Ich möchte einen Vermerk schreiben, also klicke ich auf eine “Vermerkschreiben-Funktion“. Als wir das prototypisch vertestet haben, haben wir gemerkt, das kommt gar nicht so gut an. Denn wenn man erstmal den Kolleg:innen in der Verwaltung zeigt, wie wirkmächtig das Tool eines Prompts ist, wenn man weiß, wie man es richtig einsetzt, dass man damit wie befreit von engen UI-Fesseln fast alles umsetzen kann. Und das hätten wie nicht herausgefunden, wenn wir nur mit Screenshots oder Design gearbeitet hätten, sondern wir mussten das programmieren und Menschen müssen das ausprobieren, fühlen, klicken und sagen: ‚Das möchte ich haben‘, oder ‚Das funktioniert nicht gut für mich.’” 

Anna Mehrländer: “Im Fall von BärGPT haben wir Menschen aus der Verwaltung eingeladen, von denen wir wissen, dass sie Interesse haben, unsere Anwendungen zu vertesten. Die kommen dann zu uns ins CityLAB oder wir kommen zu denen ins Büro. Dann bekommen sie entweder einen Accont zum Einloggen oder wir teilen unser Mockup oder Prototypen. Und dann macht man eigentlich gar nicht so viel, weil das Wichtigste beim User Testing ist immer, dem Testenden so viel Freiraum wie möglich zu geben. Dann gibt man kleine Aufgabenstellungen wie zum Beispiel: “Kannst du mal versuchen, einen Text zu übersetzen” und sieht, wie der oder die Nutzer:in dabei vorgeht.”

Neben dem eigentlichen System wurde ein recht umfangreiches Hilfecenter entwickelt. Was hat es damit auf sich? 

Anna Mehrländer: “Wir haben im Mai beschlossen, dass es eine Seite braucht, die genau erklärt, was ist BärGPT und wie kann ich es benutzen, vor allem in Bezug auf Prompting oder auf Fragen, die wir immer wieder bekommen haben bei Workshops oder Präsentationen. Das hat sich mittlerweile fast zu einem zweiten Produkt entwickelt, wo man Feedback geben kann zu BärGPT, man kann Videos zu den Funktionen anschauen, man kann aber auch Prompthilfen sehen, um das Beste aus BärGPT herauszuholen.” 

Unsere Zusammenarbeit mit verschiedenen Stakeholdern hat gezeigt: Miteinander reden hilft viel. Wie habt ihr das wahrgenommen? 

Ingo Hinterding: “Wie du sagst, miteinander reden hilft immer und zu zeigen, wir haben hier nichts Schlimmes vor, wir sind jetzt kein Unternehmen, das versucht, illegal an Daten zu kommen und nichts zu tun, das nicht im besten Sinne unserer Zielgruppe ist. Ich hatte das Gefühl, dass wir viel Rückenwind hatten ab dem Moment, ab dem wir in einen offen konstruktiven Austausch gegangen sind.” 

Anna Mehrländer: “Ich glaube, das zeigt nochmal, inwiefern man Befürworter braucht in der Verwaltung, die für einen kämpfen und sagen: ‚Die wollen uns was Gutes tun, unterstützt die doch mal.’”

Die ganze Folge hört Ihr hier auf Radio CityLAB Berlin oder hier auf YouTube.