BärGPT im Praxistest – Teil 2: Von der Ideenfindung bis zur Prozessresilienz

Von Anna Hantelmann – 24. April 2026

Wie kann unser KI-Assistent die Berliner Verwaltung bei komplexen Aufgaben unterstützen? Zwei weitere Perspektiven aus zwei unterschiedlichen Senatsverwaltungenberichten, für welche Aufgaben sie BärGPT nutzen.

Die Resonanz auf BärGPT in der Berliner Landesverwaltung ist ungebrochen: Mit bereits über 14.000 Nutzenden zeigt sich, dass der Bedarf an bärenstarker KI-Unterstützung weit über einfache Routineaufgaben hinausgeht. Um die Anwendung stetig zu verbessern, setzt das CityLAB-Team auf den direkten Austausch mit denjenigen, die das Tool täglich auf Herz und Nieren prüfen. In diesem zweiten Teil unserer Praxis-Serie kommen zwei Stimmen aus unterschiedlichen Senatsverwaltungen zu Wort, die BärGPT bereits intensiv nutzen und die Weiterentwicklung aktiv begleiten.

BärGPT als Sparring-Partner für komplexe Themen: Einblick in die SenWiEnBe 

Matthias Pirog spürt bei der Nutzung von BärGPT bereits eine Entlastung.
Matthias Pirog spürt bei der Nutzung von BärGPT bereits eine Entlastung.

Matthias Pirog von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe (SenWiEnBe) ist ein Nutzer der ersten Stunde. Als Mitglied der berlinweiten KI-Taskforce begleitete er die Entstehung von BärGPT von der Ideenfindung bis zur Beta-Phase. In seiner Abteilung, die sich u. a. mit Themen wie Energie und Innovation befasst, ist die Arbeit durch eine hohe Informationsdichte geprägt. Herr Pirog nutzt das Tool mehrmals täglich für ein breites Spektrum an Aufgaben: vom Brainstorming über Textzusammenfassungen bis hin zur Rolle als „Advocatus Diaboli“.

„Das Tool entlastet mich am meisten in Bereichen der strukturierten Zusammenfassung, der Sammlung von Ideen und als Sparring-Partner bei der Reflexion und Erweiterung eigener Ideen, zum Beispiel für Workshop-Formate.“ Matthias Pirog, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe 

Besonders schätzt er die übersichtliche und intuitive Benutzeroberfläche, die einen nahezu autodidaktischen Einstieg ermöglicht. Das integrierte Hilfecenter nutzt Herr Pirog dabei nicht nur für Prompting-Techniken, sondern sogar als eine Art News-Feed für rechtliche Neuerungen. Für ihn bietet BärGPT vor allem einen geschützten Raum, um sicher mit sensiblen Verwaltungsinformationen umzugehen – ein entscheidender Vorteil gegenüber frei verfügbaren Marktlösungen. 

Mit BärGPT zum Zeitgewinn für das Wesentliche: Perspektiven aus der SenASGIVA 

Anna Maria Stahl-Czechowska macht die Arbeit mit BärGPT sogar richtig Spaß. Foto: Kopf&Kragen
Anna Maria Stahl-Czechowska macht die Arbeit mit BärGPT sogar richtig Spaß. Foto: Kopf&Kragen

Auch in der Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung (SenASGIVA) wird BärGPT bereits erfolgreich eingesetzt. Anna Maria Stahl-Czechowska wurde durch positive Berichte aus Hamburg auf das Thema Verwaltungs-KI aufmerksam und freut sich über die Berliner Lösung. Sie nutzt den KI-Assistenten mehrmals pro Woche für die Erstellung von Mailentwürfen, Textbausteinen und ersten Vermerkentwürfen (ohne personenbezogene Daten natürlich). 

Für sie ist BärGPT ein Werkzeug, das in Zeiten knapper Ressourcen wertvolle Zeit spart und so die Fachkräfte entlastet. 

„Wir haben mehr Aufgaben als weniger, und es macht einfach Spaß, mit einer KI zusammenzuarbeiten, die uns nicht ersetzt, sondern uns bei knappen Ressourcen hilft, sodass wir für andere fachliche Aufgaben auch Zeit haben. Das unterstützt am Ende unsere Resilienz.“ Anna Maria Stahl-Czechowska, Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung 

BärGPT-Wunschliste für die Zukunft: Online-Zugang und Bildverarbeitung 

Trotz der positiven Erfahrungen gibt es klare Vorstellungen, wie BärGPT noch leistungsfähiger werden kann. Matthias Pirog sieht in einem direkten Online-Zugang eine zentrale technische Anforderung, um die Aktualität des Wissens zu sichern und die Fehlerquote, bzw. Halluzinationen weiter zu senken. Zudem wünscht er sich mehr Tiefe bei der Verknüpfung von Quellen. 

Anna Maria Stahl-Czechowska blickt hingegen auf die multimediale Unterstützung: Sie würde sich freuen, wenn BärGPT künftig auch JPG-Dateien auslesen oder sogar einfache Grafiken und Bilder auf Basis von Prompts generieren könnte. 

Ein Tool, das mit seinen Aufgaben wächst 

Die Erfahrungen von Matthias Pirog und Anna Maria Stahl-Czechowska verdeutlichen: BärGPT ist mehr als nur ein Textgenerator. Es ist ein niederschwelliger Einstieg in die Welt der Generativen KI, der Sicherheit und Effizienz im Verwaltungsalltag vereint. Damit das Tool langfristig die Akzeptanz behält, muss es jedoch kontinuierlich um Funktionen aus der „freien Toolwelt“ erweitert werden, um die Entstehung von Schatten-KI zu verhindern. 

Umso mehr freuen wir uns auf Entwicklungsseite von BärGPT über das viele hilfreiche Feedback, das wir aktuell auch mit unserer ersten großen Nutzenden-Umfrage abfragen. Und wer keine Fragen hat, sondern einfach mehr erfahren will: Die wichtigsten Infos, inklusive Video-Tutorials, finden sich auf der BärGPT-Hilfeseite

Neugierig geworden auf mehr Erfahrungsberichte? Hier geht’s zum ersten Teil zu BärGPT im Praxistest.