Seit 2025 ist die Technologiestiftung Berlin mit dem CityLAB Teil des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Build4People Projekts. Nach Jahren der Exploration und der Forschung daran wie in nachhaltige Stadtentwicklung in Südostasien aussehen kann, befindet sich das Projekt nun mitten in der Umsetzungsphase. Hierbei sollen in Kooperation mit kambodschanischen Partner:innen entwickelte Kriterien für nachhaltige Stadtentwicklung in die Anwendung kommen und somit die sogenannte „Twin Transformation“ Phnom Penhs zu einer nachhaltigen und digitalen Stadt angestoßen werden.
Das CityLAB Berlin ist als Praxispartner mit dabei und unterstützt den bei den Digitalisierungsaspekten des Projekts und beim Aufbau des Phnom Penh Smart City Hubs. Dieser wurde im Dezember eröffnet und ist seitdem ein Ort des Austauschs mitten in Phnom Penh geworden. Daher fand die erste „Transition Manufactory“ des Build4People Projekts vor Ort im Smart City Hub statt – für das CityLAB war ich mit dabei.

Satellitenstadt – nachhaltig und digital
Die Transition Manufactory war eine einwöchige Reihe von Workshops und Entwicklungsformaten mit Expert:innen und Studierenden von verschiedenen kambodschanischen Universitäten. Sie beschäftigten sich mit einem Großprojekt der Stadtenwicklung in Phnom Penh – dem Mekong Quay Projekt, in dem die Stadtentwicklungsfirma TMPG auf 200 Hektar Fläche gegenüber von der Innenstadt Phnom Penhs eine Satellitenstadt entstehen lässt. Stadtentwicklung wird in Phnom Penh stark von den Firmen geprägt, die solche Großprojekte umsetzen. Die Kooperation mit TPMG war daher ein logischer Schritt, um die Anwendung der entwickelten Kriterien voranzubringen. So soll sichergestellt werden, dass das neue Stadtviertel nachhaltig und im Sinne der Twin Transformation zu einer nachhaltigen und digitalen Smart City wird.
Digitalisierung zog sich dabei wie ein Roter Faden durch die ganze Woche in Phnom Penh und auch durch die verschiedenen Arbeitspakete des Build4People Projekt. Mit digitalen Planungstools wurden Entwürfe für die Mekong Quay gestaltet. In einem Workshop an der Royal University in Phnom Penh wurde an der Weiterentwicklung einer Citizen Sciene App zur Bürgerbeteiligung gearbeitet. Ich selbst konnte Ideen für Smart City Projekte entwickeln, mit einer Studierendengruppe der Cambodian Academy for Digital Technology. Eine weitere Gruppe arbeitete an digitalen Visionen für Gestaltung von grünen und nachhaltigen Stadtplätzen, inspiriert von der Arbeit von Jan Kamensky und einem Besuch in der Ausstellung des CityLAB.
Grüner, kühler, bessere Luft

Ich konnte in dieser Woche im Kontext des Projekts und im Austausch mit Stakeholdern viele Impulse geben und gelerntes aus Berlin an Partner:innen im Projekt und in Phnom Penh vermitteln. Immer wieder hat mich dabei beeindruckt, wieviel Inspiration Phnom Penh dabei aus Berlin mitnehmen konnte: von der Idee des CityLAB als Ankerort der Digitalisierung bis zu spielerischen Stadtvisionen und großen Freiflächen, wie dem Tempelhofer Feld.
Das zeigte mir eindrücklich, wie Städte auch international voneinander lernen können und welche Herausforderungen die gleichen bleiben, auch wenn die Rahmenbedingungen stark voneinander abweichen. So setzt sich auch Phnom Penh damit auseinander, wie die Stadt grüner werden kann, Hitzeinseln vermieden werden können und der Raum für den Verkehr besser aufgeteilt werden kann.
Für mich war es außerdem wichtig unser Netzwerk vor Ort zu erweitern. Eine unserer Hauptaufgaben als Mitglied des Build4People Projekts ist der Stadtverwaltung Phnom Penh dabei zu helfen, das Smart City Hub mit Leben zu füllen und dafür die Erfahrungen des CityLAB Berlins zu nutzen. Dazu braucht es ein Netzwerk von Stakeholdern, die hierbei mitarbeiten können, wie zum Beispiel die CADT, aber auch das lokale Büro der GIZ oder das Imapct Hub Phnom Penh. Ich hab mich gefreut, dass ich mich auch mit seiner Exzellenz Vannak Seng dazu austauschen konnte, als Vize-Gouverneur Phnom Penhs unterstützt er das Projekt bereits seit langem.
Die Umsetungsphase des Build4People Projekts geht noch bis zum Sommer 2027. Ich bin sehr gespannt, welche konkreten Vorschläge für die weitere Entwicklung Phnom Penhs hierbei angewedent werden können. Die Twin Transition wird dabei eine zentrale Rolle spielen.
