LabCamp: Den Erfahrungsschatz gemeinsam bergen

Erfahrungsbericht aus dem Vernetzungstreffen öffentlicher Innovationslabore

Was ist das LabCamp?

Das LabCamp ist ein Vernetzungstreffen für öffentliche Innovationslabore, das CityLAB Berlin und Politics for Tomorrow im Mai 2020 initiiert haben. Das erste LabCamp ging mit Unterstützung des Digital Innovation Team des Bundes BMI (PG DIT) und dem Netzwerk des NExT e.V. an den Start. Seitdem finden regelmäßige Treffen statt, bei denen sich einzelne öffentliche Innovationslabore vorstellen oder als Gastgeber mitwirken, so wie das Stadtlabor Soest. Öffentlich heißt, mit öffentlichen Gelder unterstützt und auf den öffentlichen Bereich, sprich Verwaltung, Zivilgesellschaft oder Wissenschaft fokussiert.
Die Idee des LabCamps ist, einen offenen, vertrauensvollen Austausch unter Praktiker:innen möglich zu machen. Welche Projekte gibt es da draußen schon? Welche Hürden muss man beachten? Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden und es kann viel voneinander gelernt werden – Das gilt insbesondere für gemeinwohlorientierte Digitalisierungsprozesse, Partizipationsansätze oder ebenen- und bereichsübergreifende Kooperation.

Wer nimmt daran teil?

Im LabCamp heißen wir inzwischen zahlreiche unterschiedliche Akteure willkommen. Darunter sind zum Beispiel FabLabs, Innovationslabore in Verwaltungen, Landesregierungen und öffentlichen Unternehmen sowie wissenschaftliche Partner. An den digitalen Veranstaltungen nehmen in der Regel 30-35 Personen aus allen Teilen Deutschlands – und vereinzelt aus Österreich und der Schweiz teil. Mit Blick auf die beteiligten Organisationseinheiten, freut uns dabei sehr zu sehen, wie vielfältig die Innovationslandschaft im öffentlichen Bereich bereits geworden ist. Es ist ein Anliegen des LabCamps, diese vielen guten Ansätze sichtbar zu machen und eine Community of practice zu schaffen.

“Wir hatten auch schon vereinzelt mit anderen Innovationslaboren Kontakt und haben gemerkt, es gibt auf jeden Fall diesen Bedarf. Wir waren dann aber trotzdem sehr überrascht, dass mehr als 40 Labore beim ersten Treffen mit dabei waren.”

Dr. Benjamin Seibel, Leiter des CityLAB Berlin über das LabCamp, Creative Bureaucracy Festival 2020
Der Atlas der Innovation ist ein digitales Angebot, das über 110 bestehende und abgeschlossene Innovationseinheiten des öffentlichen Sektors in Deutschland, Österreich und der Schweiz kartiert.
Wie läuft so ein LabCamp ab?

Nach einem kurzen Check-In und der ersten Möglichkeit, in Kleingruppen miteinander ins Gespräch zu kommen, gibt es einen kurzen Rückblick auf das letzte Treffen und den Fokus für die aktuelle Zusammenarbeit. Die längerfristige, inhaltliche Planung ist gemeinsam abgestimmt. In der Regel gibt es zwei bis drei Gäste, die spannende Impulse oder Expertisen teilen. Diese werden gemeinsam diskutiert, bevor dann eine Phase von inhaltlicher Zusammenarbeit folgt.

“Woran arbeiten wir, wie sind wir aufgestellt […] welche Themen sind gerade im Netzwerk aktuell, wo müssen wir uns gegenseitig unterstützen oder tiefer einsteigen? Denn es gibt da  einen unheimlichen Methoden-Reichtum innerhalb des Netzwerkes. Wie können wir das alles besser zusammen tragen für Verstetigung und einen gelungenen Kulturwandel?”

Caroline Paulick-Thiel, Direktorin Politics for Tomorrow, Creative Bureaucracy Festival 2020

Aktuell liegt der Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Lebensphasen eines Innovationslabors. Egal ob Baby-Lab, jugendliches oder erwachsenes Labor  – die Anforderungen an Rahmenbedingungen, Abläufe und Methoden unterscheiden sich und erfordern unterschiedliche Entscheidungen und Maßnahmen. 
Was auf Grundlage von Forschung, wie in diesem Fall dem Konzept der Lebenszyklen, diskutiert wird, klingt zunächst abstrakt, wird aber anhand konkreter Beispiele schnell greifbar. Entlang dieses Konzepts kann man die eigene Verortung, Ermittlung von Bedarfen und Forderungen im Austausch herausarbeiten. Die Formate der Zusammenarbeit variieren natürlich, aber die Idee ist, Kennenlernen, Erfahrungsaustausch und und gemeinsames Lernen möglich zu machen. Mal wandert dabei die Gastgeberrolle zu einem anderen Lab, mal teilt ein:e Professor:in die eigene Perspektive – Es gibt viele Möglichkeiten.

Die Lebenszyklen von Innovationslaboren nach Hallerberg (2020)

Was sind bisherige Erfahrungen mit dem Format?

Eine offene, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit funktioniert in einem so knappen Zeitrahmen auf jeden Fall nur mit klarer Methodik, ohne Hierarchien und mit Transparenz. Das Wissen, die Impulse und konkrete Projekte teilen wir auf unserem zentralen Wissensspeicher. Insgesamt zeigen uns die Gespräche während dem LabCamp und das Feedback danach, dass der Bedarf nach Austausch unter Innovationseinheiten nach wie vor sehr hoch ist und von den Teilnehmenden begrüßt wird. Ganz im Sinne unserer prototypischen Herangehensweise im CityLAB, wollten wir das Angebot schaffen und sehen, wie es sich entwickelt. Das Ziel ist bis heute unverändert, den Raum für eine Praktiker:innen-Community zu schaffen, um sich inspirieren lassen und Verbündete für die eigene Sache finden zu können.

Wer jetzt neugierig geworden ist, findet nähere Informationen im LabCamp-Wissensspeicher. Die Veranstaltungen kommunizieren wir vorab im CityLAB-Newsletter sowie auf unserer Homepage. Schaut vorbei und lasst uns den Erfahrungsschatz gemeinsam bergen!

Das LabCamp ist eine Kooperation von CityLAB Berlin und PoliticsforTomorrow.

Der Artikel zum LabCamp wurde von Yannick Müller verfasst.